piano. Fantasies - Chromatic Fantasy and Fugue d minor BWV 903, 903a - Fantasy and Fugue a minor BWV 904 - Fantasy and Fugue a minor BWV 944 - Fantasy with an unfinished Fugue c minor BWV 906 - Fantasy Duobus subiectis g minor BWV 917 - Fantasy on a rondo c minor BWV 918 - Fantasy c minor BWV 919 - Fantasy a minor BWV 922 - Prelude and Fugue a minor BWV 894 - Prelude and Fugue F major BWV 901 - Prelude G major BWV 902 Nr. 1 - Prelude and Fugue on a theme by Albinoni b minor BWV 923, 951 - Fugue on the same theme by Albinoni b minor BWV 951a - Fugue C major BWV 946 - Fugue a minor BWV 947 - Fugue d minor BWV 948 - Fugue A major BWV 949 -
Online-Tutorial verfügbar bei Henle Masterclass 1894 bat Johannes Brahms den Klarinettisten Richard Mühlfeld, ihn in seinem geliebten Sommeraufenthalt in Ischl zu besuchen, und fügte hinzu: "Gar schön wäre es wenn Sie ihre B-Clarinette mitbrächten und es nicht gar zu eilig hätten" - denn die beiden Sonaten op. 120 lagen zum gemeinsamen Proben bereit. Erste Aufführungen im privaten Kreis schlossen sich unmittelbar an, von denen in der Presse schwärmerisch berichtet wurde: "Die Sonaten [...] sind wundervoll und werden gewaltiges Aufsehen machen". Mit unserer Ausgabe dieser heute zum Kernrepertoire der Klarinettisten zählenden Werke setzen wir die Revision der Brahms'schen Duo-Sonaten nach der Neuen Brahms-Gesamtausgabe fort.
Der Name Widors ist so eng mit der Orgelmusik verbunden, dass sein umfangreiches Schaffen für andere Instrumente leicht übersehen wird. Innerhalb der Kammermusik hebt sich die vermutlich 1877 entstandene Suite für Flöte und Klavier durch ihre Fülle an Ausdrucks- und Klangnuancen hervor. Das spätromantische Werk ist ganz auf die spieltechnischen Möglichkeiten der Flöte zugeschnitten und nicht von ungefähr dem seinerzeit bedeutendsten Flötisten und Flötenlehrer in Frankreich, Paul Taffanel, gewidmet, der es 1884 zur Uraufführung brachte. Von Anfang an erfreute sich die viersätzige Suite großer Beliebtheit und gehört heute zum festen Repertoire der Besetzung Flöte und Klavier.
Mit dem einzigen Kontrabasskonzert von Johann Baptist Vanhal nehmen wir nach Dittersdorf (HN 759) und Hoffmeister (HN 721) ein weiteres Highlight der klassischen Bassliteratur in unseren Katalog auf. Das virtuose Werk ist nur in einer Stimmenabschrift im Nachlass des berühmten Kontrabassisten Johannes Sperger (1750-1812) überliefert, die aufgrund zahlreicher Nachträge im Solopart (vor allem hinsichtlich der Oktavierungen) manche Frage aufwirft. In unserer Urtextausgabe antwortet Tobias Glöckler darauf mit einem optimal für die Praxis aufbereiteten Notentext. Der Klavierauszug ist in zwei Tonarten (C- und D-dur) gesetzt, so dass dieses Werk in Solo- und Orchester-Stimmung spielbar ist. Außerdem ermöglicht eine weitere Stimme in Griffnotation, die eigens für die zu Vanhals Zeit gebräuchliche "Wiener Stimmung" entwickelt wurde, das sofortige Spielen in der klangvollen historischen Stimmung, ohne langwieriges Umlernen.
1885 gegründet, setzte sich die Wiener Manufaktur Goldscheider schnell an die Spitze der Europäischen Keramik und produzierte - in den zeittypischen Stilen Historismus, Jugendstil und Art Déco - Figuren und Gefäße aus Fayencen und Terrakotta sowie aus Bronze und Alabaster auf höchstem künstlerischen und technischen Niveau. Dazu trug unter anderem die Zusammenarbeit mit bekannten Bildhauern und Keramikern - wie z.B. Demetre Chiparus, Walter Bosse oder Josef Lorenzl - bei, die zahlreiche Entwürfe geliefert haben. Diese Erfolgsgeschichte wurde durch die Arisierung im Jahre 1938 jäh unterbrochen: die Familie Goldscheider musste emigrieren, der Betrieb wurde an einen neuen Besitzer verkauft, der den hohen künstlerischen Anspruch jedoch nicht halten konnte. Zwar bauten die Goldscheider-Brüder in der Emigration in den USA und in England neue keramische Betriebe auf, Walter Goldscheider kehrte nach dem Krieg wieder nach Wien zurück und übernahm dort die Leitung seiner alten Firma - doch in den 1950er Jahren wurde die große Keramik-Tradition des Wiener Unternehmens durch den Verkauf an die deutsche Firma Carstens endgültig beendet. Weltweit existiert eine große Sammlerklientel von Goldscheider-Keramiken. Trotzdem gibt es bisher kaum Literatur zu diesem wichtigen Sammelgebiet. Diesem Desiderat kommen wir durch die Herausgabe des Werkverzeichnisses mit Informationen zu über 4000 Modellen (mit über 1600 Modell-Abbildungen) und einer umfangreichen firmengeschichtlichen Darstellung (mit über 400 farbigen Abbildungen) nach. Ergänzt wird diese umfassende Publikation durch ein umfangreiches Künstlerverzeichnis sowie eine Übersicht aller bekannter Marken.
NEU - Revidierte Ausgabe! Unsere Ausgabe von Sors vollständigen Etüden wurde zum dritten Mal vom Prüfungsausschuss der Royal Schools of Music ausgewählt und empfohlen. Ein Qualitätsprodukt mit hochwertiger Fadenheftung für einen langen Gebrauch. Der Notentext zeigt den Originaltext und die Vorschläge des Herausgebers, komplettiert durch Kommentare, historische Informationen und zahlreichen Abbildungen. Äußerst zu empfehlen!Schwierigkeitsgrad: 4
piano and violin. Sonatina for Piano and Violin D major D 384 - Sonatina for Piano and Violin a minor D 385 - Sonatina for Piano and Violin g minor D 408
Die Formulierung Bach zugeschriebene Sonaten im Titel dieser Urtextausgabe kann man um das Wort früher erweitern. Denn heute geht man davon aus, dass alle drei Sonaten nicht vom Vater Bach stammen, sondern eher auf den Sohn Carl Philipp Emanuel zurückgehen. Aber auch das ist nicht völlig eindeutig zu beweisen und es bleiben Restzweifel. Der außerordentlichen Beliebtheit vor allem der Sonaten in Es-dur und g-moll mit ihren besonders schönen langsamen Sätzen tut das allerdings keinen Abbruch. Sie gehören zum täglichen Brot der Flötisten.
"Jazz Conception" ist eine neue und spannende Methode für Spieler jeder Stufe, die Sprache des Jazz zu erlernen. Jedes Buch enthält 21 Soloetüden zu Akkordwechseln bei Standards und Blues. Diese 21 Etüden wurden für die wichtigsten Jazzinstrumente transponiert und bearbeitet. Spielen Sie zusammen mit einer der besten swingenden New Yorker Rhythmusgruppe von heute: Mike LeDonne am Klavier, Dennis Irwin am Bass und Kenny Washington an den Drums. Die Stücke beginnen relativ einfach und werden nach und nach immer schwieriger. Nutzen Sie die Etüden als Brücke zu den Soli der großen Meister, die normalerweise viel komplexer und komplizierter sind. Lernen Sie Melodien und Stimmen und verschaffen Sie sich so ein solides Jazzvokabular und eine gute Musikalität. Nutzen Sie das Buch mit der Begleit-CD für den privaten Unterricht, zum Selbststudium oder in jeder Besetzung bis hin zum großen Jazzensemble mit Flöte und Klarinette. Wenn Sie schon weiter fortgeschritten sind, können Sie das Buch auch dazu verwenden, Ihr Vom-Blatt-Spiel zu verbessern, die Etüden aufzuschreiben (und dann mit dem Buch zu vergleichen) oder einfach nur, um Spaß beim Spiel mit einer großen Jazz-Rhythmusgruppe zu haben. Verwenden Sie es zum Üben von Improvisation und lernen Sie, wie man ein swingendes und logisches Solo aufbaut; dies funktioniert besonders gut in Verbindung mit dem "Study Guide".Die "Jazz Conception"-Reihe eignet sich auch hervorragend für den Schulunterricht. Sie kann dazu verwendet werden, den Jazzstil jüngerer Schüler in einer Bigband oder einem kleinen Ensemble zu formen. In einer Improvisationsklasse kann der Lehrer die Etüden als Improvisationsübungen verwenden. Das Handbuch enthält eine Analyse jeder Etüde sowie praktische Aufgaben zu jeder Etüde.Schwierigkeitsgrad: 3-4
Online-Tutorial verfügbar bei Henle Masterclass Mit seinen Études-Tableaux verfolgte Rachmaninow jenen Weg weiter, den Chopin und Liszt mit ihren Konzertetüden vorgegeben hatten: anspruchsvollste technische Aufgaben werden in Form von ausdrucksstarken Charakterstücken dargeboten. Rachmaninow verfasste zwei Zyklen mit ursprünglich jeweils neun Études-Tableaux, zog jedoch bei Opus 33 kurz vor der Drucklegung drei Stücke zurück. Einige postume Editionen haben diese Entscheidung später rückgängig gemacht; unsere Ausgabe folgt jedoch genau der Anordnung mit 6 Stücken in op. 33, wie sie Rachmaninow selbst für die Publikation festgelegt hatte. Die zwei erhaltenen, ursprünglich nicht veröffentlichten Études geben wir im Anhang unserer Urtextausgabe wieder.
"Leibgericht gegen Leibmusik" - so könnte man die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der Konzertstücke umschreiben. Als die Klarinettisten Heinrich Joseph Baermann und dessen Sohn Carl, der auch als Bassetthornist auftrat, 1832 bei Mendelssohn einkehrten, kam es zu einer kuriosen Abmachung: Sie versprachen dem befreundeten Komponisten eine üppige Portion der heiß geliebten Dampfnudeln und Rahmstrudel, wenn dieser ihnen ein Stück schriebe, das sie für ihre Tourneen einsetzen könnten. Dem so ins Leben gerufenen ersten Konzertstück in f-moll folgte wenig später ein zweites in d-moll - beides äußerst effektvolle Werke, in denen der Klang und die Spieltechnik der beiden Instrumente aus der Klarinettenfamilie wunderbar zum Tragen kommen.
Johannes Brahms' späte Klavierstücke gehören in Gestalt der beiden Ausgaben HN 36 (Broschur) und 37 (Leinen) seit den frühen 1950er Jahren zum Urgestein des Henle-Kataloges. 2011 erschien in der neuen Brahms Gesamtausgabe der Band mit Klavierstücken (HN 6014), dem es mustergültig gelingt, die Edition dieser wichtigen Werke auf eine neue musikwissenschaftliche Basis zu stellen. Nachdem unsere Urtextausgaben der Opera 76, 79 und 116-119 bereits in Einzelheften auf den Stand der Gesamtausgabe gebracht wurden, krönen wir dieses Brahms-Projekt nun mit der Publikation des revidierten Sammelbandes, erhältlich in klassischer Broschur oder in hochwertigem Leinen oder als handliche Studien-Edition. Eine Einladung an alle, die Brahms' faszinierenden Klavier-Kosmos neu entdecken wollen.
Meisterhaft und voll neuer Gedanken beschrieb der schwedische Gesandtschaftssekretär Silverstolpe diese Quartette, als er sie 1797 zum ersten Mal hörte. Und der mit Haydn befreundete Musikhistoriker Charles Burney berichtete 1799: Ich habe durch Instrumentalmusik niemals mehr Vergnügen empfunden. Die Neuausgabe dieser sechs Werke, - darunter das berühmte "Kaiserquartett" - folgt dem Text der vom Joseph Haydn-Institut in Köln herausgegebenen Gesamtausgabe. Sowohl in den Stimmen (HN 214) als auch in der Studien-Edition (HN 9214) informiert ein ausführlicher Textteil über Quellen und Lesarten. Klapptafeln in den Stimmen ermöglichen optimales Wenden der Seiten.?
Nur in Schumanns Vorstellungswelt existierte der "Davidsbund" - eine Gruppe von Künstlern, die sich im revolutionären Kampf gegen rückständige Strukturen in der Kunstwelt zusammengetan hatte, und der er lebende und imaginäre Mitglieder zurechnete. Die Erstausgabe seiner "Davidstänze" veröffentlichte Schumann unter dem Pseudonym "Florestan und Eusebius" - jenen beiden Gestalten aus dem Davidsbund, in denen er seine ungestüm-sanfte Doppelnatur verkörpert fand. Auch Clara Wieck, um deren Hand er während der Entstehung mehrmals vergeblich anhielt, gehörte dazu; ihr hat er die Tänze "mehr wie irgend etwas" gewidmet. Die kurzen, höchst unterschiedlichen Stimmungsbilder geben einen intimen Einblick in die Gefühlswelt Schumanns in jenen Tagen.?
Wissenschaftler haben sich an der einzigen Fantasie Chopins schon die Zähne ausgebissen. Die höchst individuelle Form stellt all jene vor ein Rätsel, die sich gern herkömmlicher Gattungsbegriffe bedienen. Handelt es sich um einen Sonatensatz, ein Rondo oder gar frei kombinierte Satzcharaktere wie Marsch, Rezitativ, Choral? Chopin-Liebhaber kümmert all das wenig, denn kaum jemand stellt in Zweifel, dass es sich bei der Fantasie um eines der großartigsten Werke aus dessen Feder handelt. Nach Abschluss der Komposition schrieb Chopin: "Der Himmel ist heiter, aber mein Herz bekümmert eine Traurigkeit". Diese düstere Zerrissenheit prägt die Fantasie als Ganze. Ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches Werk, das sich in der Einzelausgabe auf der Basis des unbestechlichen Henle-Urtextes ideal erschließen lässt.
Die Klavierzyklen und großen Einzelstücke Debussys sind in unserem Verlagsverzeichnis jeweils als einzelne Ausgaben gelistet. Weitere zwölf zumeist kürzere Stücke wurden in diesem kleinen Sammelband zusammengeführt. Die Ausgabe enthält Beispiele aus allen Schaffensperioden des Komponisten - vom Danse bohémienne des 18-Jährigen über das anspruchsvolle und dichte D'un cahier d'esquisses (Aus einem Skizzenheft) bis hin zur 1916 erschienenen Élégie. Der Band bietet einen ersten und für den Spieler nicht zu schwierigen Zugang zum Klavierwerk Debussys, enthält aber auch Stücke für Fortgeschrittene und sei somit nicht zuletzt Klavierpädagogen ans Herz gelegt.
1884 komponierte Grieg aus Anlass des 200. Geburtstags des in Norwegen sehr bekannten Dichters Ludvig Holberg eine Suite im barocken Stil. Als Rückgriff auf die Zeit Holbergs sind darin Tänze und Formtypen der Barockmusik - Präludium, Sarabande, Gavotte, Air und Rigaudon - enthalten, die aber mit der Melodik und Harmonik des 19. Jahrhunderts und dem charakteristischen Kompositionsstil Griegs kombiniert werden. So erreicht die Musik jene reizvolle Mischung, die das Stück so populär werden ließ. Auch wenn die Streichorchesterversion heute bekannter ist, hatte Grieg das Werk zuerst für Klavier komponiert. Der für diese Urtextausgabe erstellte Fingersatz hilft, den dichten und häufig polyphonen Klaviersatz zu erschließen.
Natürlich ist die große D-dur-Sonate für zwei Klaviere, KV 448, das absolute Glanzstück dieser Urtextausgabe. Der erste Satz kommt wie eine Opern-Ouvertüre mit Pauken und Trompeten daher, das Andante ist ein einziger großer Zwiegesang beider Klaviere, und das grandiose Rondo-Finale wirkt dann wie ein Klavierkonzert ohne Orchester. Und noch ein weiteres bedeutsames Werk findet sich in dieser Henle-Ausgabe: die ernste, an Händels oder Bachs große Kunst gemahnende c-moll-Fuge für zwei Klaviere KV 426 in ihrer Originalgestalt von 1783. Mozart hat sie dann wenig später in einer vierstimmigen Streicherfassung veröffentlicht und ihr dabei eine neu komponierte wunderschöne Adagio-Einleitung vorangestellt. Diese hat wiederum für unsere Ausgabe der großartige Musiker Franz Beyer für 2 Klaviere rückübertragen, wie er auch Mozarts nur fragmentarisch überliefertes "Larghetto und Allegro" für zwei Klaviere in Es-dur (fehlt im Köchelverzeichnis) zu einer aufführbaren Spielfassung vervollständigte. Zur Aufführung aller in diesem Band versammelten Werke sind zwei Ausgaben notwendig.
Eduard Hanslick, der gefürchtete Kritiker seiner Zeit, fand anlässlich der Uraufführung nur wenig gnädige Worte: Es werde nicht mehr Violine gespielt, sondern "gezaust, gerupft, gebläut". Den Siegeszug von Tschaikowskys einzigem Violinkonzert konnte er dennoch nicht aufhalten. Die enormen technischen Anforderungen machen es zu einem Prüfstein für jeden Virtuosen; seine Wirkung bezieht es aber vor allem aus seiner hohen Expressivität - welcher Geiger liebt nicht die lyrisch-schwermütige "Canzonetta"? - und durch sein slawisches Temperament. Endlich und erstmals liegt nun auch dieser Meilenstein der Violinliteratur in einer textkritischen Ausgabe vor, die seiner ursprünglichen Gestalt gerecht wird.
Das 1820 erschienene Trio in g-moll op. 63 für Klavier, Flöte und Violoncello gehört zu den wenigen Kammermusikwerken Carl Maria von Webers. Im Finale findet man einige Anklänge aus Webers wohl berühmtestem Werk, dem "Freischütz". Das verwundert kaum, da Weber das Trio zur selben Zeit schrieb, in der er am "Freischütz" arbeitete. [Zu erwähnen wären hier vor allem das diabolische Trillermotiv aus Caspars Trinklied (Finale Takt 7/8) oder das Doppelschlagmotiv aus dem Chor "Laßt lustig die Hörner erschallen" (Finale Takt 49/50).] Das Autograph war bislang nicht zugänglich und wird in dieser Ausgabe erstmals ausgewertet. Dadurch konnten einige zweifelhafte Textstellen geklärt und korrigiert werden.?
"Ich hätte gern mehr gegeigt, aber ich wurde so schlecht accompagnirt, daß ich die Colic bekamm", schreibt Mozart einmal seinem Vater (16. Oktober 1777). An dieser neuen Urtextausgabe hätte er wohl seine Freude gehabt. Denn der Klavierauszug ist gut gesetzt und leicht zu spielen, dient also ideal dem in vielen Ausgaben so sehr vernachlässigten (weil überfrachteten) "Accompagnieren". Der Text der Solostimme entspricht exakt Mozarts Aufzeichnung, und die Kadenzen aus der Feder des Münchener Geigenvirtuosen Kurt Guntner sind eine echte, stilsichere Bereicherung.?
Ausgerechnet beim wichtigsten Probespiel-Stück für Bratschisten -- neben dem Konzert von Stamitz -- erweist sich die Quellenlage als kompliziert. Denn von Hoffmeisters Konzert ist lediglich eine zeitgenössische Handschrift bekannt, die von sehr vielen Eintragungsschichten überlagert ist. In dem vorliegenden Klavierauszug wird nun erstmals die älteste Textschicht der Quelle wiederhergestellt, um damit Hoffmeisters Intentionen möglichst nahe zu kommen. Ausführliche kritische Kommentare begleiten das wiederhergestellte Original. Und keine Geringere als Kim Kashkashian hat Fingersätze und Strichbezeichnungen beigesteuert!?
"Man schließt die Augen und es schwindelt einem vor lauter Einfallsreichtum der Musik." Kein Geringerer als Claude Debussy äußerte sich derart enthusiastisch über Albéniz, den Mitbegründer des spanischen Nationalstils. Die "Suite espagnole" für Klavier ist sicher dessen populärste Komposition. Sie spiegelt kaleidoskopartig die Rhythmen und Melodien verschiedener Regionen Spaniens - mit dem letzten Stück ist sogar Kuba vertreten. Und auch das beliebte "Asturias" wurde in die Sammlung aufgenommen. Nach "Iberia" und den "Chants d'Espagne" setzen wir damit unser viel beachtetes Engagement für Klavierwerke von Albéniz fort.?
Weithin bekannt sind die Anekdoten, die sich um den Mallorca-Aufenthalt von Frédéric Chopin und George Sand im Winter 1838/39 ranken. Unter widrigen Umständen stellte Chopin dort seine bereits in Paris begonnenen "Préludes" op. 28 fertig. Das berühmte "Regentropfen-Prélude" (Nr. 15) soll nach den Erinnerungen George Sands unter dem Eindruck eines Gewittersturms auf Mallorca entstanden sein; andere Quellen belegen indes, dass erste Skizzen dazu bereits in Paris vorlagen. Unsere Einzelausgabe ist der im vergangenen Jahr erschienenen revidierten Ausgabe der "Préludes" (HN 882) entnommen. Ausführliche Informationen zur Entstehungsgeschichte und Quellenbewertung stehen zum kostenlosen Download bereit.?
Johann Kuhnau, Vorgänger Johann Sebastian Bachs im Amt des Thomaskantors in Leipzig, hinterließ ein großes ¿uvre, darunter zentrale Werke für Tasteninstrumente. Erstmals erscheinen nun sämtliche dieser Werke in einem Band. Peter Wollny, Spezialist für alte Musik, betreut den Band wissenschaftlich. Heute nicht mehr gebräuchliche Verzierungen werden erläutert, sodass insbesondere Musiker, die auf dem modernen Klavier oder Flügel zu Hause sind, ihre Berührungsängste mit dieser Musik verlieren und sich auf spannende Entdeckungsreisen begeben können.
Die Orgelwerke von Johannes Brahms rahmen gewissermaßen sein gesamtes Schaffen ein. Einige Präludien und Fugen sowie das Choralvorspiel über "O Traurigkeit, o Herzeleid" stammen aus der Mitte der 1850er-Jahre, als Brahms intensive Kontrapunktstudien betrieb. Die Elf Choralvorspiele op. 122 hingegen sind Brahms' letztes Werk und entstanden 1896, unmittelbar vor und nach dem Tod Clara Schumanns. Die revidierte Henle-Urtextedition legt sämtliche Orgelwerke des Komponisten in einem Band vor, basierend auf dem Notentext der neuen Brahms Gesamtausgabe, begleitet von Vorwort und Bemerkungen auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung. Der Anhang gibt zusätzlich die Frühfassung zweier Stücke wieder.
Das 19. Jahrhundert war eine Blütezeit für Bearbeitungen aller Art. So war es naheliegend, dass sich der Komponist und Violinvirtuose Sarasate zur Erweiterung seines Repertoires auch diesem musikalischen Genre zuwandte. Unter seinen zahlreichen Fantasien über erfolgreiche Opern seiner Zeit nimmt die über Bizets Carmen fraglos den ersten Rang ein. Sarasate wählte für diese 1881 entstandene Bearbeitung mit Bedacht genau jene Nummern, die das spanische Kolorit der Oper besonders deutlich vermitteln. Neben der Fassung für Violine und Klavier schuf Sarasate auch eine mit Orchesterbegleitung; beide begeistern seitdem Publikum wie Kritik.Die Henle-Urtextausgabe ist die erste kritische Edition des Werks und berücksichtigt die Quellen beider Fassungen. Für die Bezeichnung der Violinstimme konnte Augustin Hadelich gewonnen werden.
Als die Klavierstücke op. 118 unter Brahms' Zeitgenossen bekannt wurden, war man begeistert. Clara Schumann durfte die neuen Werke als eine der ersten kennenlernen und attestierte den Stücken "in kleinstem Rahmen eine Fülle von Empfindung". Philipp Spitta meinte treffend, die Werke seien "recht zum langsamen Aufsaugen in der Stille und Einsamkeit". Da das melancholische A-dur-Intermezzo op. 118 Nr. 2 zu den bekanntesten Miniaturen des Komponisten gehört, bietet der G. Henle Verlag es nun in einer Einzelausgabe an. Dank seines mittleren Schwierigkeitsgrades gibt es auch schon fortgeschrittenen Schülern einen Vorgeschmack auf den Kosmos des Brahms'schen Spätwerks.
Die 1802 komponierten 15 Variationen (mit Fuge) op. 35 sind vor allem unter ihrem Beinamen "Eroica-Variationen" bekannt, da das Thema auch im Finale der 3. Symphonie verwendet wird. Zusammen mit dem Schwesterwerk Opus 34 markiert diese Komposition den Durchbruch zur Charaktervariation. Nicht ohne Stolz hob der Komponist gegenüber dem Verlag hervor, beide Werke seien "auf eine wircklich ganz neue Manier bearbeitet". Die Eroica-Variationen sind nun erstmals überhaupt als Einzelausgabe verfügbar. Der Notentext der Urtextausgabe mit ausführlichem Vorwort und Bemerkungsteil wurde auf der Basis des nachträglichen Kritischen Berichts der Beethoven-Gesamtausgabe erstellt. Der Fingersatz stammt aus den geschätzten Händen von Ian Fountain.
Max Bruchs "Kol Nidrei" gehört - neben dem populären 1. Violinkonzert - zu seinen berühmtesten Kompositionen. Das wehmütige "Adagio nach hebräischen Melodien" entstand 1880 für den Cellisten Robert Hausmann. Es verarbeitet zwei alte jüdische Gesänge, deren außerordentliche Schönheit den Protestanten Bruch nach eigener Aussage tief bewegte. Der tenorale Celloklang ist das ideale Medium für die Stimme eines jüdischen Kantors, und so liefert "Kol Nidrei" bis heute jedem Cellisten eine wunderbare Vorlage für das "Singen" auf dem Instrument. Mit dieser auf der Erstausgabe von 1881 basierenden Edition erscheint "Kol Nidrei" erstmals in einer wissenschaftlich fundierten Urtextausgabe, wofür neben den musikalischen Quellen auch zahlreiche Briefe und Dokumente aus dem Max-Bruch-Archiv herangezogen wurden. Für die Bezeichnung der Solostimme konnte Christian Poltéra gewonnen werden.
"Erinnerung an einen lieben Ort", so lautet die Übersetzung des Titels dieser Sammlung dreier bezaubernder Stücke für Violine und Klavier. Gemeint ist damit der Landsitz Brailov, auf dem Tschaikowsky den Mai 1878 bei seiner Mäzenin und Freundin Nadeschda von Meck in idyllischer Abgeschiedenheit verbrachte und seine Komposition vollendete. In direkter zeitlicher Nähe zu seinem Violinkonzert entstanden, zeigen auch diese Stücke Tschaikowsky als unnachahmlichen romantischen Melodiker. Für höchste editorische Qualität bürgt als Herausgeber der russische Tschaikowsky-Spezialist Alexander Komarov, der für die Edition sämtliche relevanten Quellen in russischen und internationalen Archiven zu Rate zog; dabei konnte er auch die bisher vertretene Meinung, dass der Titel Souvenir d'un lieu cher erst nach Tschaikowskys Tod ergänzt wurde, eindeutig widerlegen.
Die Phantasiestücke op. 88 sind Schumanns erster Beitrag zur Gattung des Klaviertrios und stammen aus seinem überaus produktiven "Kammermusikjahr" 1842. Allerdings brauchte Schumann eine ungewöhnlich lange Zeit, um dem Werk seine endgültige Gestalt zu geben: Nach etlichen Überarbeitungen erschienen die Phantasiestücke erst im Herbst 1850. Die Kürze und der geringere technische Anspruch der vier bezaubernden Charakterstücke machen sie auch für nicht professionelle Musiker zu einem idealen Einstieg in die Welt der Schumann'schen Kammermusik. Die aus dem Gesamtband Schumann · Klaviertrios HN 916 ausgekoppelten Phantasiestücke sind nun bei Henle erstmals auch in einer praktischen Einzelausgabe erhältlich.
Im Frühjahr 1865 überraschte Brahms seine Bekannten mit 16 kleinen Walzern für Klavier zu vier Händen. Seinem Freund, dem bekannten Kritiker Eduard Hanslick, schrieb er dazu im April 1866, er habe dabei "an Wien, an die schönen Mädchen" gedacht. Und so klingen sie denn auch - leicht, beschwingt, fast möchte man sagen schubertisch. Sie erfreuen sich bis heute größter Beliebtheit, auch als Hausmusik. Diese revidierte Urtextausgabe bietet den wissenschaftlich fundierten Notentext auf der Basis des parallel erscheinenden Bandes der Neuen Brahms Gesamtausgabe. Und sollte einmal kein Klavierpartner für das vierhändige Spiel zur Verfügung stehen: Brahms selbst bearbeitete die Walzer auch für Klavier zu zwei Händen (im G. Henle Verlag erschienen als HN 1286 und HN 1287).