Johannes Brahms' späte Klavierstücke gehören in Gestalt der beiden Ausgaben HN 36 (Broschur) und 37 (Leinen) seit den frühen 1950er Jahren zum Urgestein des Henle-Kataloges. 2011 erschien in der neuen Brahms Gesamtausgabe der Band mit Klavierstücken (HN 6014), dem es mustergültig gelingt, die Edition dieser wichtigen Werke auf eine neue musikwissenschaftliche Basis zu stellen. Nachdem unsere Urtextausgaben der Opera 76, 79 und 116-119 bereits in Einzelheften auf den Stand der Gesamtausgabe gebracht wurden, krönen wir dieses Brahms-Projekt nun mit der Publikation des revidierten Sammelbandes, erhältlich in klassischer Broschur oder in hochwertigem Leinen oder als handliche Studien-Edition. Eine Einladung an alle, die Brahms' faszinierenden Klavier-Kosmos neu entdecken wollen.
Wie viele Musiker des 19. Jahrhunderts wollte sich auch Robert Schumann in der Musikmetropole Wien niederlassen. Wenn sich diese Pläne auch zerschlugen, so entstanden während seines Wien-Aufenthalts im Jahre 1839 doch eine ganze Reihe wertvoller Klavierwerke, darunter auch der berühmte "Faschingsschwank aus Wien". Schumann selbst nannte dieses Opus ein "romantisches Schaustück". Die zeitgenössische Musikkritik nahm es ausgesprochen positiv auf: "An allen Enden humoristisches Wetterleuchten; von allen Seiten fahren die Raketen des Witzes und lustigen Uebermuths in die Höhe". Die erste öffentliche Aufführung fand erst 1860, also nach Schumanns Tod, statt: Seine Frau Clara stellte den "Faschingsschwank" dem Wiener Publikum vor und machte nicht zuletzt damit Schumanns Musik an der Donau heimisch. Bis heute gehört das brillante Werk zu Recht zum Standard-Klavierrepertoire.?
Klaviertrios waren in der Zeit der Klassik und noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ein, fast möchte man sagen, Modeartikel. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich nach Haydn und Mozart auch Beethoven mit dieser Gattung auseinandersetzte und insgesamt 13 Klaviertrios hinterließ.Dieser zweite Band enthält die beiden Klaviertrios op. 70, das Trio op. 97 sowie die Variationen über das Lied "Ich bin der Schneider Kakadu" op. 121a. Der Beiname "Geistertrio" des Trios op. 70 Nr. 1 stammt, wie üblich, nicht von Beethoven, sondern wurde dem Stück wohl wegen der besonderen, unheimlichen Klanglichkeit des langsamen Satzes gegeben.Das nach seinem Widmungsempfänger Erzherzog Rudolph benannte Erzherzog-Trio op. 97 ist sicher Beethovens bedeutendstes und mit einer Dauer von über 45 Minuten auch längstes Klaviertrio. Obwohl bereits 1810/11 entstanden, wurde es erst 1816 veröffentlicht.
When Linda Balfour, a young mother, is found butchered in small-town southern Illinois, a coded inscription stamped in blood on the back of her head brands her mutilated body. With his career - and his life - on the line, Vail needs answers fast before the killer signs someone else's life away.
Mit über 1.200 Titeln aus Orchester- und Chorliteratur, Kammermusik und Musiktheater ist die Edition Eulenburg die größte Partiturreihe der Welt. Sie deckt einen großen Teil der Musikgeschichte vom Barock bis zur klassischen Moderne ab und blickt auf eine lange Tradition zurück.
Wie für viele Komponisten des 19. Jahrhunderts bestand auch für Brahms eine wichtige Verdienstmöglichkeit darin, Klavierunterricht zu geben. Dabei entstanden Sammlungen von Übungen, die er zunächst nur gelegentlich niederschrieb, später auch mit anderen Pianisten (z. B. Clara Schumann) austauschte. Erst nachdem er seine pädagogische und pianistische Tätigkeit weitgehend aufgegeben hatte, dachte er über eine Veröffentlichung nach. Dem Schwierigkeitsgrad angemessen, schlug er für das Titelblatt "alle möglichen Folterinstrumente, von den Daumenschrauben bis zur eisernen Jungfrau" vor. Wir geben diese für das romantische Klavierspiel unerlässliche Sammlung als Urtext-Edition auf der Grundlage des Notentextes der Neuen Brahms-Gesamtausgabe heraus.?
Au printemps 1865, Brahms surprit ses connaissances avec 16 petites valses pour piano à quatre mains. Il en parle dans une lettre écrite en avril 1866 à son ami et célèbre critique Eduard Hanslick, disant «avoir pensé à Vienne et aux jolies filles». Et c'est ainsi qu'elles ré-sonnent aussi - légères, virevoltantes, on pourrait presque dire schubertiennes. Elles jouissent jusqu'à ce jour d'une grande popularité, y compris comme musique domestique. Brahms les adapta lui-même dans une version pour piano à deux mains (HN 1286, 1287).
Schubert am Klavier, mit seinem unerschöpflichen Reichtum an Tanzmelodien, die Freunde um sich herum, tanzend und scherzend - dieses Bild gehört zu den gängigen Klischees, die man sich von diesem Komponisten macht. Der Ausdruck Schubertiaden, den man dafür gefunden hat, ist zu einem festen Begriff geworden. Der Band enthält insgesamt 182 Tänze, Menuette, Walzer (darunter den berühmten "Trauerwalzer", D 365 Nr. 2), Ländler, Ecossaisen, Deutsche - einer schöner als der andere. Die letzten aus diesem ersten Band komponierte Schubert 1816, also mit 19 Jahren (Bd. II siehe HN 76).
Die "Novelletten" entstanden im selben Zeitraum wie die "Kinderszenen", zu denen sie in ihrer weitgehend ungetrübten Stimmung eine deutliche Ähnlichkeit aufweisen. In einem Brief an Clara Wieck schrieb Schumann: "Da habe ich Dir denn auch so entsetzlich viel componiert in den letzten drei Wochen - Spaßhaftes, Egmontgeschichten, Familienscenen mit Vätern, eine Hochzeit, kurz äußerst Liebenswürdiges". Kein Wunder also, dass das Werk bei Henle ein Bestseller ist. Die grundlegend revidierte Ausgabe bietet neben dem überarbeiteten Notentext erstmals ein Vorwort mit Hintergrundinformationen zur Entstehung der "Novelletten" sowie einen ausführlichen Kommentarteil.?
Viele Jahre später als die ältere Mozart-Forschung annahm, sind die drei Klaviersonaten Mozarts KV 330-332 entstanden, nämlich wohl im Sommer 1783 in Wien oder in Salzburg. Die F-dur-Sonate KV 332 wurde zusammen mit ihren beiden "Schwestern" KV 330 und 331 schon im Jahr darauf, 1784, in Wien gedruckt. Die textlichen Abweichungen dieses Erstdrucks gegenüber dem Autograph sind derart gravierend, dass sich der Herausgeber der Henle-Urtextausgabe dazu entschloss, sowohl dessen dynamisch reichere Bezeichnung im Kleinstich zu übernehmen als auch die üppigeren Verzierungen der Erstausgabe im langsamen Satz in den Haupttext zu übernehmen (die schlichtere autographe Version wird dort als "Ossia" dargeboten). Eine der technisch schwierigeren Sonaten Mozarts, vor allem im Finale. Weitere Informationen
Schubert komponierte die Wandererfantasie im November 1822. Allgemein als Krisenjahr bezeichnet, entstanden aber gerade in dieser Zeit eine ganze Reihe seiner wichtigen Werke - gleichzeitig mit der Wandererfantasie z. B. auch die Symphonie in h-moll, die sog. "Unvollendete". Es gab mehrere Vorbilder, insbesondere die Fantasien C. Ph. E. Bachs und Mozarts. Schubert entwickelte die Gattung in diesem Meisterwerk jedoch weiter. Er kombinierte darin das Prinzip der Fantasie mit dem des Sonatenzyklus, indem er das Ganze in vier nahtlos ineinander übergehende Großabschnitte (Sätze) einteilte, dabei aber thematisch alles aus einem Kern ableitete, eben jenen aus dem Lied "Der Wanderer" entnommenen Takten im zweiten Satz. Als eines der wenigen Instrumentalwerke Schuberts erschien das Stück im Druck und wurde schon damals von der Kritik begeistert aufgenommen. Es gehört auch heute noch zu den vielgespielten, wenn auch technisch und musikalisch überaus anspruchsvollen Werken dieses Komponisten. Mehr zu dieser Ausgabe im Henle-Blog.
Die Mazurken sind neben den Polonaisen und den Walzern die dritte Tanzform, die Chopin in seiner Musik gepflegt hat. Sie bilden mit fast 60 Stücken die größte dieser drei Gruppen. Von Jugendtagen bis in seine letzten Lebensjahre beschäftigte sich Chopin mit Mazurken. Alle sind sie ein Bekenntnis Chopins zur polnischen Heimat und zeugen von seinem tiefen Gefühl für die Mentalität seines Volkes. Er lässt sich von verschiedenen Ausprägungen des Tanzes in diversen polnischen Regionen anregen, sublimiert sie aber gleichzeitig zu absoluter Musik von feinster Eleganz, raffinierter Harmonik und rhythmischer Kraft.
Chopin hat nur wenige Werke in der Hauptform der Klassik, der Sonatenform, hinterlassen - neben dem frühen Klaviertrio nur die beiden Klavierkonzerte, die drei Klaviersonaten und die späte Cellosonate op. 65. Vor allem die beiden Klaviersonaten op. 35 und 58 sind dabei zu seinen bedeutendsten Werken zu zählen.Die b-moll-Sonate entstand 1839, der Trauermarsch, der sie berühmt machte, allerdings bereits zwei Jahre früher. In der Verbindung von freier und gebundener Form, von Leidenschaft und Klarheit entstand ein Werk von unnachahmlicher Meisterschaft, mit einem höchst eigentümlichen Finalsatz - 75 Takte in dahinstürmendem Unisono-Achteltriolen.
C-moll - traditionell die Tonart von Drama, Leidenschaft, Pathos und Schmerz. So auch in Mozarts hochbedeutender c-moll-Sonate KV 457. Er schrieb sie im Oktober 1784, ohne dass wir wüssten, was diesen unglaublichen Ausbruch "romantischer" Gefühlswelt ausgelöst haben mag. Ein halbes Jahr später komponierte Mozart seine in jeder Beziehung außerordentliche c-moll-Fantasie KV 475. Beide c-moll-Werke erschienen dann 1785 zusammen in einer Ausgabe, das heißt: sie sind absichtsvoll, gegen die Konvention, von ihrem Autor verbunden worden. Die Autographe von Fantasie und Sonate c-moll waren bis 1990 verschollen. Sofort nach ihrem Auftauchen in Philadelphia/USA war es der G. Henle Verlag, der erstmals eine gründliche Textrevision vornahm. An vielen Stellen musste korrigierend in den bis dato bekannten Notentext eingegriffen werden, denn die bislang wichtigsten Quellen, jener Erstdruck sowie eine autorisierte Widmungsabschrift der Sonate, erwiesen sich als ungenau und fehlerhaft. Selbst "Urtext" lässt sich manchmal verbessern. Mehr zu dieser Ausgabe im Henle-Blog. Weitere Informationen
Die Komposition machte ihn schlaflos: Als Schumann im Oktober 1842 das Klavierquintett in kurzer Zeit vollendet hatte, war seine körperliche und geistige Kraft am Ende. Diese Mühen merkt man dem Werk nicht an, im Gegenteil. "Voll Kraft und Frische" nannte Clara Schumann diesen Neuling, sowie "äußerst brillant und effectvoll". Der breiten Zustimmung schloss sich sogar Richard Wagner an. So avancierte Opus 44 schnell zu einer von Schumanns erfolgreichsten Kompositionen, die bis heute ein Glanzstück der Kammermusikliteratur darstellt. Wenn das Quintett teilweise an ein Klavierkonzert mit Orchester im Streichquartettformat erinnert, so ist dies auf seine Bestimmung für Claras Repertoire zurückzuführen. Der brillanten Pianistin wurde das Werk auch gewidmet.?
Als Mendelssohn von seinem Verleger Nikolaus Simrock erfuhr, dass er für einen Teil seiner "Lieder ohne Worte" ein nachträgliches, zusätzliches Honorar bekommen sollte, bedankte er sich überschwänglich für dieses Geschenk. Welches Geschenk Mendelssohn der Nachwelt mit seinen Liedern ohne Worte jedoch seinerseits gemacht hatte, war für ihn vermutlich damals nicht absehbar. Diese "Original Melodies", "Romanzen" oder "Clavierstücke", die erst später den Titel "Lieder ohne Worte" erhielten, hatten bereits zu Mendelssohns Lebzeiten großen Erfolg und dürften zu den dankbarsten Stücken gehören, die die Klavierliteratur des 19. Jahrhunderts zu bieten hat. Dieser Band enthält sämtliche zu Lebzeiten und postum veröffentlichten "Lieder ohne Worte".
Dieses erste der großen Klavierwerke Debussys erschien 1901. Der langsame Mittelsatz des dreisätzigen Werkes war bereits 1894 entstanden. Diese gravitätische Sarabande im alten Stil war 1896 in ihrer ersten Fassung als Zeitungsbeilage erschienen (für diese Frühfassung siehe HN 846, Images 1894) und wurde für Pour le piano noch einmal leicht überarbeitet. Die Sarabande wurde schnell beliebt und später von Ravel orchestriert. Der erste Satz, Prélude, beschwört javanische Musik herauf und lässt Gongs anklingen, die motorische Toccata schließlich musste bereits bei der Uraufführung durch den brillanten Ricardo Viñes wiederholt werden.
Mit den drei Sätzen Pagodes, La soirée dans Grenade (Ein Abend in Granada) und Jardins sous la pluie (Gärten im Regen) lässt Debussy im Zyklus Estampes in Bildern eine poetische Welt aus Landschaften und fernen Ländern entstehen. Er komponierte die Stücke im Sommer 1903 während eines Aufenthalts in Bichain im nördlichen Burgund. Von dort bekräftigt er in einem Brief: "Wenn man sich Reisen nicht leisten kann, muss man sie durch Fantasie ersetzen." Im virtuosen Schlusssatz knüpft er an seine zukunftsweisenden Images aus dem Jahr 1894 (HN 846) an.
"Haben Sie einmal die Images gespielt ...? Ich glaube - ohne falsche Eitelkeit - dass diese drei Stücke sich gut machen und ihren Platz in der Klavierliteratur einnehmen werden ... zur Linken Schumanns oder zur Rechten Chopins ... as you like it." So Debussys briefliche Äußerung (1905) gegenüber seinem Verleger und Freund Jacques Durand. Debussys Prophezeiung sollte sich bewahrheiten. Die Stücke sind zum festen Bestandteil des Klavierrepertoires geworden. Übrigens: Zum langsamen Satz Hommage à Rameau ließ sich der Neuerer Debussy, durchaus traditionsbewusst, von einer Aufführung von Castor et Pollux inspirieren, die ihn 1903 begeistert hatte.
Der dreisätzige Zyklus, Ende 1907 komponiert und Anfang 1908 erschienen, bringt eine auffällige Neuerung. Debussy notiert den hochdifferenzierten und bis in die extremen Lagen aufgefächerten Klaviersatz durchgehend auf drei Systemen. Der erste Satz (Cloches à travers les feuilles) mag an ein Totengeläut erinnern, der zweite (Et la lune descend sur le temple qui fut) ein fernes Indien oder auch China beschwören; zu dem dritten (Poissons d'or) wurde Debussy durch eine Lackarbeit mit Goldfischen inspiriert, die in seinem Arbeitszimmer hing. Der Widmungsträger des dritten Satzes, Ricardo Viñes, brachte den Zyklus zur Uraufführung.
Fanny Hensel, die Schwester Felix Mendelssohn Bartholdys, komponierte ihr Leben lang. Zunächst veröffentlichte sie ihre Lieder und Klavierwerke im Namen ihres bekannten Bruders, bald aber auch unter ihrem eignen Namen. In einem Tagebucheintrag heißt es: "Ich kann wohl nicht leugnen, dass die Freude an der Herausgabe meiner Musik auch meine gute Stimmung erhöht." Glücklicherweise gewährte Fanny Hensels Urenkelin Fanny Kistner-Hensel dem G. Henle Verlag den Zugang zu einer bisher unveröffentlichten Auswahl von elf Klavierstücken und edierte diese nach den Autographen selbst. Auf frühe, klavierpädagogisch ausgerichtete Stücke folgen in chronologischer Reihenfolge persönlicher gehaltene Charakterstückewie etwa das Notturno in g-moll und "Abschied von Rom", die ab Mitte der 1830er-Jahre entstanden.
Clara Wieck-Schumann (1819-1896), ab 1840 Ehefrau Robert Schumanns, war eine faszinierende künstlerische Persönlichkeit - als Pianistin wie als Komponistin. Ihre legendäre Virtuosität ist zwar für immer verklungen, aber ihre Werke leben. Schon im Kindesalter begann Clara zu komponieren: ihr Opus 1 (von insgesamt 23 Opera) erschien im Druck als sie gerade einmal 11 Jahre alt wurde. Der vorliegende Band vereinigt querschnittartig einige ihrer wertvollsten Klavierstücke, einschließlich einer bislang unveröffentlichten, sehr lohnenden "Romanze".
Diese düster-tragische Sonate in a-moll, komponiert 1778 in Paris, wird gerne in Zusammenhang mit dem Tod der Mutter Mozarts (3. Juli 1778) gebracht. Auszuschließen ist das natürlich nicht, es existiert jedoch nicht ein einziger konkreter authentischer Hinweis darauf. Molltonalität als kompositorische Umsetzung persönlicher Schmerzerfahrung - diese Art Interpretation greift dann doch erheblich zu kurz. Viel zu facettenreich ist Mozarts Kunst, als dass sie derart eindimensional biografisch zu fixieren wäre. Die einzig verbindliche Quelle für die Urtextedition dieser gleichermaßen vielgeliebten wie vielgespielten Sonate ist Mozarts (zum Teil schwer zu entzifferndes) Autograph, denn die um 1781 erschienene Erstausgabe (zusammen mit KV 309 und 311) steckt voller Fehler. Weitere Informationen
Ludwig van Beethoven eroberte sich die Musikstadt Wien als Pianist - und er hat für sein Instrument, das Klavier, herausragende Werke geschaffen. Dazu zählen auch seine fünf Klavierkonzerte. Das Konzert Nr. 1 in C-dur op. 15 fand sogleich große Beachtung. Die breite Anlage, die große Orchesterbesetzung sowie der kraftvoll-brillante Solopart bedeuten eine klare Weiterentwicklung dieser Gattung nach Mozart. Diese Studien-Edition liefert den Text der Beethoven-Gesamtausgabe im handlichen Format und wird durch ein ausführliches Vorwort zur komplexen Entstehungsgeschichte und Quellenlage ergänzt. Die Edition korrigiert zahlreiche Fehler und Irrtümer, die in früheren Notenausgaben zu finden waren. "Hans-Werner Küthen gibt diesen Meisterwerken die Ausgaben, die sie verdienen ..." lobt die Fachpresse.
Dieser Band versammelt, chronologisch angeordnet, eine Auswahl zweihändiger Klavierstücke, die Schubert zwar als "kleinere" Gelegenheitswerke schuf, die aber durchaus einen wichtigen Teil von Schuberts Gesamtwerk ausmachen und oft mit kühner Harmonik glänzen. Der Urtextband umfasst Kompositionen aus seiner Jugend bis kurz vor Schuberts Tod umfasst. Die ausgewählten Stücke sind, was ihre Schwierigkeit betrifft, breit gestreut (Schwierigkeitsgrad 3 bis 7) und bieten deshalb dem Fortgeschrittenen viele Möglichkeiten, sich Schuberts Klavierwerk zu nähern, und dem weniger Fortgeschrittenen einen guten Einstieg und lohnende Herausforderungen.
Diese klaviertechnisch anspruchsvollen Etüden "Waldesrauschen" und "Gnomenreigen" entstammen der späten Reifephase des Komponisten, in der man solche Virtuosenstücke eher nicht vermutet. Liszt komponierte sie 1862 in Rom für die Große theoretisch-praktische Klavierschule von Siegmund Lebert und Ludwig Stark. Er löste damit eine schon länger gegebene Zusage ein. Liszt wirkte inzwischen als Lehrer einer großen Schülergemeinschaft. Die beiden 1863 auch unabhängig von der Klavierschule erschienenen Etüden widmete er seinem glänzend begabten Meisterschüler Dionys Pruckner. Er und andere Schüler Liszts spielten sie häufig im Konzert.
Im Februar 1854, wenige Wochen vor Robert Schumanns Einweisung in die Nervenheilanstalt in Endenich, entstanden seine Variationen über ein Thema in Es-dur. Aufgrund der menschlich ungemein bewegenden Ereignisse dieser Tage hütete Clara Schumann die Manuskripte dieser ihr gewidmeten, später "Geistervariationen" genannten, letzten Klavierkomposition ihres Mannes gewissermaßen wie Reliquien und untersagte auch jede Veröffentlichung. Erst 1939 erschien die Erstausgabe, die in vielen Belangen nicht dem von Schumann Aufgezeichneten entspricht. Die Henle Urtextausgabe stützt sich erstmals auf alle erreichbaren Primärquellen; sie stellt de facto die einzige verlässliche Urtextausgabe dieses in den letzten Jahren immer häufiger zu hörenden Werks dar.
Merkwürdigerweise steht nur eine der insgesamt 18 Klaviersonaten (und auch nur eines der 23 Klavierkonzerte) Mozarts in der pianistisch eigentlich so dankbaren Tonart G-dur, nämlich die Sonate KV 283. Sie gehört zu den sechs vermutlich Anfang 1775 in München entstandenen Sonaten KV 279-284 und ist bei Lehrern wie Schülern eine der beliebtesten aus dieser ersten Sonatengruppe. Im rechten Tempo gespielt, verfehlt diese technisch nicht schwer zu bewältigende Sonate ihre Wirkung selten. Das gilt vor allem für ihren sehr ausgedehnten Presto(!)-Finalsatz. Weitere Informationen
Der umfangreiche Zyklus, erschienen 1853, vereinigt großartige Konzertstücke (Bénédiction und Funérailles) und schlichte und kurze Kompositionen, teils unter Einbezug gregorianischer Weisen. Der Band umfasst einen langen Entstehungszeitraum. Bereits 1835 war die Nr. 4 in einer kompositorisch revolutionären Erstfassung als Harmonies poétiques et religieuses nach dem gleichnamigen Gedichtband von Lamartine erschienen. 1853 distanzierte sich Liszt von dem bedeutenden frühen Stück und legte es leicht geglättet als Pensées des morts vor, immer noch von beträchtlicher Brisanz. Henle stellt das kühne Frühwerk in den Anhang des Bandes (Bénédiction und Funérailles sind als Einzelausgaben HN 984 und 748 erhältlich).
Die Herausgabe der Violinstimme besorgte Wolf-Dieter Seiffert, der im Henle Verlag weitere Urtextausgaben von Mozart vorlegte (u. a. sämtliche Sonaten für Klavier und Violine, HN 77, 78, 79, 80). Die Kadenzen und Eingänge stammen von dem Mozart-Kenner, Violinvirtuosen und Hochschulprofessor Kurt Guntner. Den Klavierauszug hat der Mozart-Kenner und Generalbaßspezialist Siegfried Petrenz geschrieben. Er strebt einen gut klingenden, technisch nicht allzu anspruchsvollen Klaviersatz an, der sich deutlich von den verbreiteten, am Orchestersatz orientierten Klavierauszügen abhebt. Dadurch wird auch der typischen Unterrichtssituation Rechnung getragen, in der oft auch einfachere Sätze benötigt werden.
Die dritte Violinsonate Edvard Griegs gehört zu seinen wichtigsten Kompositionen und zählt, zusammen mit den Sonaten von Johannes Brahms und César Franck, zu den bedeutendsten Werken der Gattung aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Ihre Weltgeltung lässt sich unter anderem an der Tatsache ablesen, dass sie in Thomas Manns Roman "Doktor Faustus" Erwähnung findet. Die Sonate erfreut sich seit ihrer Entstehung anhaltend großer Beliebtheit, und so war es nun höchste Zeit, eine Ausgabe bei Henle vorzulegen. Ein Vorwort sowie ein ausführlicher Bemerkungsteil informieren über interessante Hintergründe zur Quellenlage dieses Werks.?
Griegs berühmtes Klavierkonzert erweist sich als musikeditorische Herausforderung. Das Werk war schon zu Lebzeiten des Komponisten so bekannt, dass es immer wieder - versehen mit gelegentlichen Revisionen Griegs - nachgedruckt werden musste. Ein ausführliches Vorwort bringt Licht ins Dunkel des Quellendickichts. Einar Steen-Nökleberg, der nicht zuletzt durch seine Einspielung des gesamten Griegschen Klavierwerks von sich reden machte, hat das Orchesterklavier behutsam spielgerecht überarbeitet.?
"Meine Komposizionen tragen mir viel ein, und ich kann sagen, daß ich mehr Bestellungen habe, als es fast möglich ist, daß ich machen kann", schrieb Beethoven 1801 an einen Freund. Kaum war seine "Mondscheinsonate" op. 27 Nr. 2 vollendet, notierte er bereits die ersten Skizzen für seine Sonate op. 28. Elemente der Hirtenmusik erinnern an die später entstandene 6. Symphonie, etwa der tänzerische Dreiertakt sowie Pedaltöne und Bassquinten, die eine Sackpfeife zu imitieren scheinen. Dieses ländliche Kolorit trug dem Werk den Beinamen "Sonate Pastorale" ein. Nach einer gründlichen Revision legen wir die Sonate erstmals auch in einer günstigen Einzelausgabe vor - die Fingersätze steuerte kein Geringerer als Murray Perahia bei.?
Seit Mozart die Klarinette 1778 in Mannheim kennen gelernt hatte, liebte er den warmen und ausdrucksvollen Klang dieses Instruments. Seiner Freundschaft zu Anton Stadler, Klarinettist des k. u. k. Hoforchesters zu Wien, verdanken wir heute neben dem Klarinettenkonzert KV 622 dieses Quintett aller Quintette, das zwei Jahre vor Mozarts Tod entstand. Wie fast alle Klarinettenwerke Mozarts wurde wohl auch dieses Quintett ursprünglich für Bassettklarinette geschrieben. Es sind allerdings nur zwei postume Drucke überliefert, die jeweils die A-Klarinette vorsehen; diese Quellen bilden das Fundament unserer Ausgabe. - Als kleine Zugabe finden interessierte Spieler im Anhang das Fragment eines Allegros in B-dur für die gleiche Besetzung.?
Laut eigenhändigem Verzeichnis wurde KV 491, neben KV 466 das einzige Klavierkonzert Mozarts in einer Molltonart, am 24. März 1786 vollendet. Wahrscheinlich bereits zwei Wochen später fand im Rahmen einer Akademie im Wiener Burgtheater die Uraufführung statt. Unter welch gewaltigem Zeitdruck Mozart zur Zeit der Komposition stand, verrät nicht zuletzt die teils flüchtige, teils mehrfach korrigierte Niederschrift des Autographs. Im Gegensatz zu früheren Ausgaben gibt unsere Edition immer die jeweils letztgültige Fassung der Mozart'schen Handschrift wieder. Den Klavierauszug unserer Ausgabe fertigte der weltberühmte Pianist András Schiff an, dem wir bereits die Auszüge zu den Konzerten KV 453, 467, 488 und 503 verdanken (HN 765, 766, 767 und 825). Auch die Fingersätze des Soloparts, die Kadenzen und Eingänge stammen aus seiner Feder.
"An manchen Stellen wird es sein wie ein ernstes Lied, an anderen wie ein fröhlicher Tanz ..." - mit diesen Worten beschrieb Dvorák im Jahre 1890 einem Freund das Werk, an dem er gerade arbeitete. Tatsächlich bezeichnet "Dumka" (Mehrzahl "Dumky") eine slawische Tanzform mit auffälligem Wechsel zwischen melancholischen und tänzerisch-ausgelassenen Abschnitten. Immer wieder taucht die Dumka im Kammermusikwerk Dvoráks auf; jedoch stets nur als einzelner Satz. Die ungewöhnliche Form dieses Klaviertrios - es reiht sechs "Dumky" aneinander, jede mit sehr eigenwilligem Charakter und großer Ausdruckskraft - macht es zu einem der beliebtesten Werke des tschechischen Meisters.?
Eine einzige seiner Klaviersonaten bearbeitete Beethoven für eine alternative Besetzung: Von der Sonate op. 14 Nr. 1 existiert eine eigenhändige Übertragung für Streichquartett (sie ist im Anhang unserer Ausgabe der Streichquartette op. 18, HN 139/9139, wiedergegeben). Mit diesem Arrangement wollte sich Beethoven ausdrücklich vor fremden Bearbeitungen schützen. Umso mehr Sorgfalt verwandte er auf diese Arbeit; so versah er sie z. B. mit minutiösen Angaben zu Dynamik und Artikulation. Der renommierte Pianist Murray Perahia, der als Mitherausgeber für diese Neuedition der Beethoven-Sonaten gewonnen werden konnte, berücksichtigt bei der Revision auch diese Quelle und steuert darüber hinaus eigene Fingersätze bei.?
Im Jahre 1849 beschenkte Schumann drei Blasinstrumente mit Kammermusikwerken: die Klarinette mit "Drei Fantasiestücken" op. 73, das Horn mit dem "Adagio und Allegro" op. 70 sowie die Oboe mit den hier vorliegenden "Drei Romanzen" op. 94. Doch die "Drei Romanzen" op. 94 für Oboe kamen seinerzeit auch jeweils mit einer Solostimme für Violine und Klarinette auf den Markt. Violinisten sind sicher erfreut darüber, dass der G. Henle Verlag der Idee der Alternativbesetzung folgt. Das Manuskript, das Robert seiner Frau Clara 1849 als Weihnachtsgeschenk überreichte, ist nicht erhalten. Dafür konnten für die Urtext-Ausgabe autographe Entwürfe herangezogen werden, die so manche Unstimmigkeit der Erstausgabe von 1851 richtigstellen.
"Wer ernsthaft Zugang sucht zu Bergs Musik", so liest man schon von Bergs Schüler Adorno, "der wird gut tun, mit den elf Seiten Klaviersonate sich eingehend zu befassen!" Man möchte diese Aussage erweitern: Wer einen Einstieg in die Neue Musik sucht, kommt nicht um Bergs Opus 1 herum. Unter den Klavierkompositionen der Neuen Wiener Schule zählt diese Sonate zu den häufig gespielten Werken. Henle öffnet mit dieser Veröffentlichung den Urtextausgaben die Tür in die Klassische Moderne - Pianisten können sich auch hier auf ein lupenreines Notenbild, einen absolut zuverlässigen Notentext und einen quellenkritisch fundierten Anmerkungsteil verlassen. Diese Ausgabe ist weltweit lieferbar.
Der gemeinsame Aufenthalt von Frédéric Chopin und George Sand auf Mallorca im Winter 1838/39 stand unter keinem guten Stern. Dennoch gelang es Chopin, dort seine bereits in Paris begonnenen "Préludes" fertig zu stellen. Der heutige Interpret muss sich nicht nur mit zahlreichen Lesartenvarianten, sondern auch mit verfälschenden Aufführungstraditionen auseinandersetzen. Die "Préludes" bilden den Auftakt unserer geplanten umfassenden Chopin-Revisionen; der Herausgeber berücksichtigt den aktuellen Stand der Forschung und legt quellenbedingte und "eingebürgerte" Varianten im Textteil offen. Und noch ein Novum wird es hier geben: im gedruckten Heft findet sich ein knapper kritischer Apparat - im Internet (als Download) die ausführliche Fassung mit allen Details.?
In enger Nachbarschaft zu den beiden Klavierkonzerten A-dur (KV 488) und c-moll (KV 491) entstand dieses Rondo, das in seinem Verlauf ein Thema aus dem 3. Satz des g-moll-Klavierquartetts (KV 478) aufgreift und weiterspinnt. Trotz seines beträchtlichen Umfangs und seines musikalischen Gewichtes ist dieses Werk offenbar nicht zu Mozarts Lebzeiten im Druck erschienen. Auch die Widmung "Pour Mad:selle Charlotte de W..." (der Rest ist unleserlich) gibt Rätsel auf. Welche Dame auch immer Mozart dabei im Sinne hatte - heute zählt dieses Rondo zu seinen beliebtesten und meistgespielten Klavierwerken. Unsere Einzelausgabe basiert auf dem Notentext des zum Mozart-Jahr 2006 revidierten Gesamtbandes seiner Klavierstücke (HN 22).?